Selbst hergestelltes Futter oder selbst gefangenes Tümpelfutter kann man auf recht einfache Art und Weise portioniert einfrieren. Man arbeitet auf einer Küchenplatte oder einer anderen geeigneten Unterlage. Der Futterbrei, die Wasserflöhe oder anderes einzufrierendes Tümpelfutter wird auf einem – möglichst neuen – Kunststoff-Abstreifgitter für Malerrollen (in jedem Baumarkt für wenig Geld zu erhalten) verteilt. Dann kann eingefroren werden. Die meisten Abstreifgitter aus dem Malereigewerbe ergeben Futterwürfel mit den Maßen von etwa 2x2x0,5 cm. Das sind praktische Portionen, wie man sie von den kommerziell konfektionierten Frostfutter-Tafeln kennt.
Jan
7
Es gibt immer noch Gegenden, in denen das Leitungswasser aus hygienischen Gründen von den Wasserwerken gechlort wird. Chlor (CL2) ist ein giftiges Gas. Die Kiemenoberflächen und die Schleimhäute der Fische sind besonders empfind- lich gegen dieses Gas. Beim Teilwasserwechsel im Aquarium muß das Aus- gangswasser erst entchlort werden. Die einfachste und dennoch wirkungsvollste Methode ist folgende: Mit einer Duschbrause wird das Wasser aus der Leitung durch ein gewöhnliches Küchensieb in einen Eimer oder eine Wanne gebraust. Bei dieser Methode wird das Chlor so gut wie zu hundert Prozent entfernt und das Wasser kann verwendet werden. Wieder einmal hat sich gezeigt, wie nützlich ein Utensil aus der Küche für die praktische Aquarienkunde sein kann.
Jan
7
Ich möchte nicht auf die genaue Namensgebung meiner Hexenwelse eingehen, da ich nicht sicher bei den von mir gepflegten Arten bin. Äußerlich sind die Unterschiede nicht sehr groß, lediglich an der Färbung der Eier – grün – oder bernsteinfarben – sind die Arten klar zu unterscheiden. Die Grundfärbung dieser Südamerikaner ist helles graubraun, die Unterseite ist bedeutend heller. Die Geschlechter kann man nur bei ausgewachsenen Tieren sicher erkennen. Der Kopf des Männchens ist breiter und stumpfwinklig geformt, der des Weibchens ist schmäler und spitzer. Beim Männchen sind die Wangen, die Oberseite des Kopfes hinter den Augen und die rechten Strahlen der Brustflossen dicht mit kleinen bis gut 2mm langen Borsten besetzt. Diese Beborestellung – die beim Weibchen fehlt – kann bei älteren Männchen und außerhalb der Laichzeit fast vollkommen verschwinden. Man kann bei der Zucht von Welsen allgemein den Zeitpunkt des Ablaichens außer ordentlich schwer bestimmen. Sie verraten sich nicht vorher, wie andere Fische durch Steine putzen, Veränderung im Benehmen und in der Farbe. Bestenfalls werden sie etwas unruhig. Und das passiert bei meinen Hexenwelsen meistens ab Dezember bis Februar. Zur Zucht und Pflege verwende ich seit Jahren unser Leitungswasser von ca. 12° bis 13° DH ohne Zusätze. An die Einrichtung des Aquariums stellen die Loricarien keine besonderen Ansprüche. Feiner Sand ebenso wie mittelgrober Quarzsand behagen ihnen. Da sie meist am Boden liegen, den sie mit ihrem weichen Saugmaul nach Nahrung absuchen ist ein Untergrund mit scharfen Kanten und spitzen, wie z.B. Basaltsplitt, absolut ungeeignet, denn alle Abfallstoffe am Boden werden “durchgekaut”. Aber sie wühlen nicht, das Wasser bleibt klar und sauber. Gerne werden Tubifex, rote gefrorene Mückenlarven, Trockenfuttertabletten, eingefrorene Daphnien eingesaugt. Mein Zuchtaquarium hat einen Wasserinhalt von 160l (100x40x40). Es ist mit Wasserpflanzen und Moorkienwurzeln eingerichtet. Das Wasser wird mit einem kleinen Eheim-Innenfilter gefiltert. Dieses Becken ist mit ca. 14 Zuchttieren einer Sorte besetzt. Auf dem Boden habe ich mehrere graue Kunstoffröhren liegen – Größe ca. 20cm lang, Durchmesser 2cm – die als Ableichröhren dienen. Sie werden gemeinsam von dem Weibchen und Männchen zur Eiablage aufgesucht. Nach dem ableichen verläßt das Weibchen das Gelege, denn die Brutpflege übernimmt immer das Männchen. Die Anzahl der etwa 2mm großen Eier schwankt zwischen 30 und 200 Stück. Nun überführe ich die Röhre mitsamt dem Männchen in den Ableichkasten, dabei halte ich die Öffnungen zu, damit das Wasser in der Röhre bleibt. Damit die Röhre in dem Ableichkasten nicht hin- und herrollt, lege ich als Stabilisator ein U-förmiges Kunstoffteil darunter. Bei einer durchschnittlichen Temperatur von 23° C schlüpfen die Jungwelse nach ca. 10 – 12 Tagen. Nun wird die lehre Röhre mit dem Männchen zurückgesetzt. Der Ablaichkasten besteht aus Kunststoff und wurde mit Silikon verklebt: Bei der Aufzucht der jungen Hexenwelse muß beachtet werden, daß die Loricarien Bodenfische sind und frei im Wasser schwimmendes Futter nur schwer erbeuten können. Beste Erfolge habe ich am Anfang mit Artemia und eingefrorenen Cyclops (kleiner Winterwasserfloh) gemacht. Nach 3 – 4 Tagen füttere ich kleingehackte Tubifex ( mit der Rasierklinge kleingehacken). Die gehackten Tubifex müssen unbedingt unter fließendem Wasser durchgespühlt werden – nicht vergessen. Pflanzliche Beikost – wie grüne Trockenfuttertabletten oder überbrühter Salat, Spinat usw. – gebe ich erst allmählich nach 6 – 8 Wochen. Nach ca. 4 Wochen werden die Jungwelse in ein größeres Aufzuchtbecken überführt. Dieses Becken wird in das große 160ltr. Aquarium eingehängt. Maße siehe Zeichnung. Für die Seitenteile habe ich jetzt etwas grobere Gaze verwendet, damit eine starke Wasserzirkulation entsteht. Im Aufzuchtbecken befindet sich nichts, außer einigen kleinen Moorkienwurzeln, die gerne abgeraspelt werden, außerdem bringen sie auch strömungsfeie Zonen. Hier lassen sich die Welse monatelang konzentriert aufziehen. Durch das 160ltr. Aquarium erhält man eine stabile Wasserqualität und bei 14- tätigem Wasserwechsel wachsen die Jungwelse schnell heran. Welse zu halten ist gewiß nicht jedermanns Geschmack und doch stellt man in Zoogeschäft immer wieder fest, daß es eine Reihe von Aquarianern gibt, die sich gern solch einen geheimnisvollen Burschen kaufen. Meist kommen die Welse dann in ein Gesellschaftsbecken. Genau das aber ist falsch. Man wird kaum eine Welsart richtig erleben oder gar züchten, wenn man sie nicht allein in einem Becken hält, dazu stellen sie zu hohe Ansprüche an die ruhe. Trotzdem halten die Welse im Gesellschaftsbecken gut aus, nur kommen sie meist bei der Fütterung zu kurz.
Der Sumpf- oder Louisiana-Flußkrebs (Procambarus clarkii) im Aquarium von Dr. Britta Urmoneit
By adminApr
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Flußkrebse der Gattung Procambarus standen bislang nicht im besonderen Interesse von Hobbyaquarianern. In den letzten Jahren finden aber immer mehr ernsthaft interessierte Aquarianer gefallen an diesen interessanten Panzerrittern. Von ihrem Anspruch an Lebensraum, vom Verhalten und Wachstum her, sind Flußkrebse zum Beobachten geeignete Aquarientiere. Sie haben eine interessante Brutpflege und das Häuten hinterläßt dem Pfleger bei idealer Trocknung des Chitinpanzers jedesmal ein bleibendes Erinnerungsstück.
Mit bis zu fünfunddreißigtausend Arten umfassen Krebse (Crustacea), eine recht erfolgreiche Gruppe von Tieren. Sie leben hauptsächlich im Meer einige jedoch auch im Süsswasser und nur wenige Gruppen haben das Land erobert. Flußkrebse gehören zu den sogenannten höheren Krebsen (Malacostraca), die die artenreichste Untergruppe der Krebstiere darstellt. Der größte Vertreter ist der bekannte Meeresbewohner der Hummer, der mit einem halben Meter und 8 Kilogramm, ein wahrer Riese gegen den europäischen Edelflußkrebs, mit 15 Zentimeter und rund 150 Gramm, ist. Die kleinsten Vertreter höherer Krebse sind die Garnelen, die sowohl im Salzwasser wie auch im Süsswasser vorkommen. Auch Krabben, Einsiedlerkrebse und Langusten gehören in diese Gruppe. Der im Süsswasser beheimatete Flußkrebs atmet über Kiemen.

Nordamerikanischer Flußkrebs der Gattung Procambarus aus Louisiana